Andreas Eschen

Klavier

  • Stellvertretender Musikschulleiter
  • Klavierlehrer und Leiter der Fachgruppeder Fachgruppe Tasteninstrumente
  • Lehrbeauftragter für Klavierimprovisation und schulpraktisches Klavierspiel an der Universität der Künste (UdK) Berlin
  • Klavierunterricht in Marienfelde und Schöneberg
  • Unterrichtsschwerpunkt: Klavierimprovisation 
 
Andreas Eschen studierte an der Freien Universität Berlin Germanistik und ev. Theologie, legte das Magister-Examen mit Auszeichnung ab. Er studierte dann an der damaligen HdK Berlin (heute UdK) bei Frau Prof. Schmetstorff Musik und legte die Staatliche Musiklehrerprüfung (SMP) im Fach Klavier ab.
 
Er gibt Improvisationskonzerte, am liebsten gemeinsam mit anderen improvisierenden Musikern, u.a. mit Natalia Sidler, mit Thomas Schleußner-Schwarz und Felicitas Scharstein-Eickelberg. Lehrer und Schüler der Leo Kestenberg Musikschule lädt er zu offenen Improvisationsveranstaltungen mit verschiedenen Instrumenten ein.
 
In der Musikschule und der Landesmusikakademie hat er Fortbildungsveranstaltungen zur Klavierimprovisationen durchgeführt. Er hat an Unterrichtswerken von Prof. Herbert Wiedemann mitgewirkt. Seit 1991 unterrichtet er mit Lehraufträgen für Improvisation und schulpraktisches Klavierspiel an der UdK Berlin.
 
Als Lehrervertreter und Mitglied im Fachgruppenvorstand Musik der Gewerkschaft hat er an der Interessenvertretung der Lehrer und der konzeptionellen Weiterentwicklung der Musikschulen mitgewirkt. Er hat in vielen Gremien (Musikschulbeirat, Strukturkommission, AG Qualitätsindikatoren) die Entwicklung der Musikschulen mitgestaltet.
 
Aus dieser Arbeit erwuchs die Beschäftigung mit der Geschichte der Musikschulen und das Interesse an Leo Kestenberg. Andreas Eschen schlug vor, die Musikschule Tempelhof-Schöneberg in Leo Kestenberg Musikschule zu benennen, und bereitete 2005 zu dem Kestenbergprojekt der UdK und der LKMS die Ausstellung vor, die derzeit im Haus am Kleistpark zu sehen ist. Er ist Gründungsmittglied der Internationalen Leo-Kestenberg-Gesellschaft und deren stellvertretender Vorsitzender.
 
In der deutschen Sektion der Europäischen Klavierlehrer-Vereinigung EPTA ist er als Präsidiumsmitglied tätig.
 
Seit mehr als 15 Jahren ist er ehrenamtlicher Arbeitsrichter beim Arbeitsgericht Berlin.
 
Andreas Eschen ist seit 1984 mit der Cellistin und Cellolehrerin Friederike Bauer-Eschen verheiratet. Sie haben drei erwachsene Kinder.
 
 
Improvisation
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... ist der Versuch, die Musiksprachen, in denen man sonst nur Werke rezitiert, frei zu sprechen. Man kann es mit dem Unterschied von aktiven und passivem Wortschatz vergleichen. Der Wortschatz, den man passiv - als Hörer – verstehen gelernt hat, wird aktiviert in der eigenen Äußerung.
 
In der Vertrautheit mit den musikalischen Ausdrucksmitteln differenziert sich das Gespür für Folgerichtigkeit in der Musik aus. Der musikalische "Stil" ist - in der Erfahrungswelt des Spielers – eine Summe von Hörerwartungen. In unserer Zeit des Musizierens in mehreren, unterschiedlich alten Stilen haben sich verschiedene Hörerwartungen nebeneinander entwickelt.
 
Man lernt also, musikalische Stile im eigenen Anwenden und Erproben zu erfahren – sicherlich eine vielversprechende Art, um Werke gleichsam von innen her zu verstehen. Wer Musik improvisatorisch erfährt, denkt die musikalischen Kategorien prozesshaft. Ihn bewegt nicht die Frage, was die Musik ist, sondern wie sie wird. Musik, in einem solchen Prozess des Verstehens, bleibt offen, offenbart verschiedene Entwicklungstendenzen und steht in vielen Momenten gleichsam auf der Kippe. Kein Ton ist etwas von vornherein, seine Bedeutung ergibt sich erst im Zusammenhang und erschließt sich so erst allmählich.
 
Kein Teil ist nur einfach Teil, er hat die Tendenz mit den anderen zu kommunizieren, sich zu musikalischen Gestalten zu organisieren, in Kontrast zu anderen zu treten, Prozesse abzuschließen oder neue Prozesse in Gang zu setzen.
 
Zu anspruchsvoll für Improvisation? Nein, gerade der richtige Anspruch an den Prozess des Improvisierens. Kaum hat man eine Sequenzfolge begonnen, erklingt schon eine harmonische Fortschreitung. Diese weiterzuführen erfordert neue rhythmische Impulse. Darauf ändert sich die Dynamik der Musik. Die Mittel verdichten sich und treten für einander ein. Kein Element wirkt allein auf einer Ebene: Harmonik ist immer auch Stimmführung, Harmoniewechsel auch ein rhythmisches Ereignis, zugleich ändert er die dynamische Spannung der Musik. Jede neue Wendung beeinflusst die Musik insgesamt und nicht nur isolierte Parameter, Gegensätze verschmelzen und ein Gleiches wird zu etwas Neuem...
 
Es ist unmöglich, dies alles planend vorherzusehen. Grunderfahrung des Improvisierens ist der Gestaltwechsel. Das, was erklingt, wird anders als es geplant war. Eine wesentliche kreative Leistung bei der Improvisation stellt die Interpretation der soeben erklungenen Musik dar. Das ist durchaus nicht paradox. Es bedarf einer wachen und offenen Aufmerksamkeit, um dort Gestalten und Wirkungen wahrzunehmen, wo man sie gar nicht geplant hatte, und ein Gespür für mögliche, doch kurz zuvor noch unvorhergesehene musikalische Weichenstellungen zu entwickeln.
 
So bleibt eine rätselhafte Ambivalenz bei der Improvisation. Wenn der Klang mehr bedeutet als man "identifizieren" kann, belegt das nicht die Willkür des Spielers, der der Musik bald diese, bald jene Deutung aufzwingt? Doch der Spieler erlebt das Gegenteil: Gerade wo er der Musik eine Tendenz, eine Richtung abhorcht, die er nicht geplant hatte, gibt er gleichsam die Initiative ab. Er folgt der Musik – stärker als er jemals hätte planen können.
 
Damit die Improvisation "musikalisch" wird, kommt mehr ins Spiel als nur die Musik: Spannung – Entspannung, Bewegung – Ruhe, Zupacken – Loslassen, so könnten abstraktere Beschreibungen aussehen. Ebensogut kann die Musik gegenständliche Ausgangspunkte bzw. Anregungen haben: Bilder, Texte, assoziative Vorstellungen. Doch Musik hat die Kraft zu verwandeln, was in ihren Bannkreis gerät. So braucht man als Spieler nicht ängstlich darüber zu wachen, ob das, was der Musik als Ausdrucksabsicht vorausging, erhalten bleibt. In der Musik wird es zu etwas Neuem, darauf kann er neugierig sein.
 

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